Schützen Sie Ihr Wissen durch IT-Sicherheit


Autor

Dr. Michael Drees
NOWIS Competence Center IT-Sicherheit und Datenschutz

Das Foto im Internet gefunden, das Zitat bei Facebook entdeckt, und die Idee für die letzte Produktkampagne, woher kam die gleich nochmal…? Digitalisierung und Globalisierung machen es nicht immer leicht, geistiges Eigentum zu schützen. Angeregt durch die UNESCO rief im Jahr 2000 die Weltorganisation für geistiges Eigentum (WIPO – World Intellectual Property Organization) deshalb erstmals den „Welttag des geistigen Eigentums“ aus. Er soll die Relevanz von Kreativität und geistigem Eigentum sichtbar machen, aber auch die Wichtigkeit verdeutlichen, dass es diese Werte zu schützen gilt.

Denn vor allem durch das Internet sind diese Werte heutzutage besonders gefährdet. Jeder Internetnutzer kommt jederzeit und von jedem Ort aus an viele Daten. Wie schaffe ich es also, mein geistiges Eigentum (oder das meines Unternehmens) in dieser großen weiten virtuellen Welt zu schützen?

Was ist Ihr IP? Und wie sollten Sie mit ihm umgehen?

Bei der Abkürzung „IP“ denken die meisten sicher an „Internet Protocol“, die IP-Adresse, die gleichsam unseren digitalen Fingerabdruck in der Welt des Internets hinterlässt. Hier ist jedoch ein anderer Begriff gemeint – IP steht an dieser Stelle für das „Intellectual Property“, das geistige Eigentum. Es umfasst das ausschließliche Recht an einem immateriellen Gut und wird in der Charta der Grundrechte der Europäischen Union ausdrücklich geschützt. 

Zum Intellectual Property zählen Patente, Urheber- und Markenrechte ebenso wie Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse, kurz: alle Ideen, Wörter, Programme, Bilder oder Erfindungen, die aus einem kreativen, intellektuellen Prozess heraus entstanden sind. Das IP ist Bestandteil des Unternehmensvermögens und ist wirtschaftlich betrachtet genauso wertvoll wie ein materielles Gut. Dementsprechend bringt ein hohes IP wirtschaftliche Vorteile mit sich, so dass es Unternehmen zukunftsfähiger und langfristig erfolgreicher macht, als Mitbewerber ohne IP.

Wird Ihr IP richtig gemanaged?

Doch wie sieht der richtige Umgang mit meinem IP, meinem geistigen Eigentum aus? Was muss ich als Unternehmen tun (oder besser nicht tun), damit das geistige Eigentum stetig geschützt bleibt?

Hier spielen mehrere Faktoren eine wichtige Rolle: Zum einen der Faktor Mensch. Menschen können unachtsam sein und Dinge verlieren – das gilt auch bzw. gerade im Internet. Umso wichtiger ist es für Unternehmer, jeden Mitarbeiter für das Thema IT-Sicherheit zu sensibilisieren – damit sensible und unternehmenskritische Daten wie das geistige Eigentum gar nicht erst nach außen gelangen können. 

Eine mindestens ebenso wichtige Rolle spielt die zunehmende Digitalisierung: Je stärker ein Unternehmen vernetzt ist, umso angreifbarer wird es. Hier gilt es, entsprechende Schutzmaßnahmen zu ergreifen, damit das IP im Unternehmen verbleibt. Aber:

Wie schütze ich meine IT vor Angriffen?

Das Thema IT-Sicherheit ist eines der Trendthemen der heutigen Zeit. Dies belegt auch die Studie „Managed IT-Services im Mittelstand“, die NOWIS gemeinsam mit einem unabhängigen Beratungsunternehmen durchgeführt hat: IT-Sicherheit steht mit Abstand an erster Stelle für die befragten mittelständischen Unternehmen in Deutschland. Kein Wunder: Denn im Zeitalter der fortschreitenden Digitalisierung bieten stark vernetzte Strukturen auch eine größere Angriffsfläche für Cyberkriminalität. Dem entgegen zu wirken ist eine der Hauptaufgaben eines Unternehmens. Da reicht es nicht aus, eine starke Firewall zu haben. Vielmehr ist die IT-Sicherheit eine Aufgabe, die im gesamten Unternehmen verankert sein sollte – abteilungs- und prozessübergreifend. Insbesondere bei Vorhandensein vieler unternehmenskritischer Werte und einem großen IP. 

Es geht also nicht darum, möglichst viele technische Schritte zum Schutz der IT-Landschaft zu gehen, sondern ganz zielgerichtet Maßnahmen zu ergreifen, die vorher genau definierte kritische Prozesse oder Güter – wie eben das geistige Eigentum – schützen. Man muss sich also fragen, welche Prozesse und Intellectual Properties wodurch geschäftskritisch bedroht werden und welche Maßnahmen geeignet sind, um diese Bedrohungen abzuwenden. Zudem müssen Risiken und Maßnahmen regelmäßig validiert werden. Nur so kann eine permanente IT-Sicherheit im gesamten Unternehmen gewährleistet werden. 

Wenn Sie als Unternehmer Ihr geistiges Eigentum und Ihre anderen unternehmenskritischen Werte wirkungsvoll schützen möchten, sollten Sie also nicht nur heute, am Welttag des geistigen Eigentums, Ihre IT-Sicherheit überdenken…!


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